Die Drahtseile der verbalen Kommunikation

Es ist nicht nur die Tatsache, dass ich Sprachen studiert habe, sondern viel mehr die Tatsache, an Dialogen und Gesprächen teilzunehmen, die mich hauptsächlich motiviert hat, dieses Thema ein bisschen mehr zu analysieren. Insbesondere die Erfahrungen, die ich durch verschiedene Arten von menschlichen Beziehungen und Gesprächen, gemacht habe. Natürlich stellt der vorliegende Text nur einen Aspekt eines zweifellos vielseitigen Themas dar. Das Original wurde auf Englisch geschrieben und trägt den Titel „The tightropes of verbal communication“. Die Übersetzung ins Deutsche habe ich gemacht und ich muss gestehen, dass diese eine der komplexesten Übersetzung einer meiner Texten war, die ich je gemacht habe. Eventuell müsste ich zukünftig mir diese nochmal anschauen und verbessern. 

Es war mir immer seltsam für mich, das Thema „auf den Punkt zu bringen“; zumindest so, wie es sich die anderen vorstellen, es auf den Punkt zu bringen. Wenn die Leute ein Gespräch anfangen, um den entscheidenden Punkt zu erreichen, während sie Teile seines endgültigen Endes langsam aufarbeiten. Seltsam ist dieses Gefühl, wenn man weiß, dass es nicht wirklich an Geduld oder Verständnis mangelt. Du möchtest nur so sehr gestehen, was jeder, der an dem Gespräch teilnimmt, gerade denkt, aber du bist nicht dazu berechtigt, da du auf diese Weise 1) den „normalen Ablauf“ des Gesprächs beeinflussen wirst und 2) fragende Blicke provozieren würdest, weil du auf einmal die „normale (unbewusste) Reihe“ der Diskussion änderst und 3) dann noch wahrscheinlich als „ungeeignet“ (also sozial nicht übereinstimmend) gekennzeichnet wirst, weil du nicht genug (selbst-) zurückhaltend bist.

Ich meine, ist es nicht seltsam? Extrem kluge Leute mit Orientierungsproblemen, oder sind diese „Orientierungsprobleme“ genau dieses Merkmal, das unter anderem kluge Leute auszeichnet? Es ist nicht das Ziel des Artikels, eine Liste von Eigenschaften zu erstellen, die kennzeichnen, wer intelligent ist und wer nicht. Hauptzweck des Artikels ist eigentlich kein besonderer Zweck – oder zumindest ein einziger Zweck oder eine  bestimmte Absicht. Die Menschen müssen einfach verstehen, dass spontanes, aber hakt die „ausgewogene Spontaneität“ (obwohl ein Oxymoron, aber wichtig für das Erreichen einer guten Rede) in der Tat und letztendlich der Schlüssel zur Übertragung einer guten Idee ist, um diese Idee mit anderen zu teilen.

Insbesondere gibt es etwas, das tatsächlich sehr oft vorkommt; die überwiegende Mehrheit befasst sich mit „dialektischen Problemen“, also grundsätzlich Schwierigkeiten bei der Meinungsbildung und darüber hinaus (und allgemeiner) bei der Herstellung gesprochener Sprache. Und nicht ungerechtfertigt. Die Angst zu reden. Die Angst vor dem Ausdruck. Die Angst, Fehler zu machen. Die Angst vor dem falschen Eindruck. Diese sind Probleme, die vor allem durch soziale Konventionen oder Stereotype entstanden sind. Natürlich ist es gar nicht so einfach, mit solchen chronischen Problemen umzugehen; tief verwurzelte Einstellungen waren noch nie so einfach und unkompliziert zu bewältigen.

Selbst in der Universität – anscheinend die ultimative Institution für „freie Meinung“ – kann man erleben, wie Menschen Kritik üben (unhaltbar oder meistens gemein) oder sich sogar in einem besonderen Dilemma befinden, ob sie etwas kommentieren sollen oder nicht. Genau diese Tatsache ist traurig und depressiv, wenn man denkt, dass jeder für Freiheit steht – nicht nur für Sprache. Es ist eigentlich eine Art Fälschung (etwas das fake ist).

Die Sprache selbst ist jedoch ziemlich dynamisch. Daher ist auch an dieser Stelle ein angemessenes Gleichgewicht erforderlich. Die Menschen sollten riskieren, sich für ihre Ideen zu entlarven, aber auch bedenken, dass sie gleichzeitig immer auf einen Drahtseil laufen. Denn so funktioniert Sprache letztendlich.

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