Kolumbianische Flecken

Der Text wurde ursprünglich auf Englisch geschrieben. Die Übersetzung habe ich dann ins Deutsche gemacht.

Wenn Sie sich in der Bar Colombia in der Nähe des Kinos befinden, werden Sie einige kleine schwarze Flecken auf dem Schachboden aus Marmor finden. Ich bin mir nicht sicher, ob die Flecken auf den weißen oder schwarzen Quadraten gelandet sind, aber ich erinnere mich mit großer Sicherheit, dass einige von ihnen auf dem weißen Teil des Bodens.

An diesem Nachmittag zeichnete ich mit einem mit Tinte gefüllten Stift und da die Flüssigkeit nicht mehr fließen wollte, schüttelte ich jede Minute den Stift in der Luft. Die Tinte würde auf dem Boden fliegen und kleine Kreise bilden. Als ich gemerkt, was ich angestellt habe, schämte ich mich so sehr und wollte dem alten Mann, dem die Bar gehört, fast meine Handlung gestehen. Am Ende gab es kein Geständnis, weil ich aus einem unbekannten Grund mir sicher war, dass der Mann bereits Bescheid wusste, ohne dass ich es ihm sage. Bestimmt spürte er in seiner Bar, wo er jahrelang jetzt herumlief jeden kleinen oder großen Unterschied und somit auch den Unterschied, den die kleine Flecken auf dem Boden seiner Bar ausmachen. Also dachte ich, ich sollte ihm nichts sagen und beim nächsten Mal sehen, ob er mir erlaubt, die Bar wieder zu betreten oder nicht. Das nächste Mal ist inzwischen noch nicht passiert, also kann ich nicht sagen, was passieren ist. Trotzdem wird es bald sein, dass ich dieselbe Bar betrete. Normalerweise ist es jeden Montag, aber das ist natürlich keine Regel. Meistens hängt es davon ab, ob im Kino ein Film läuft.

Was ich bemerkt als ich die Bar verlassen habe, war, dass mein Gesicht auch mit einigen schwarzen Flecken verziert war. Jemand im Kino hat mich später freundlicherweise darauf aufmerksam gemacht. Die Tinte war nicht so leicht zu entfernen; sie würde ihre Spuren auch am nächsten Tag hinterlassen.

Für einen Moment fühlte ich mich wie ein Teil des Bodens aus Marmor oder einigen der Skizzen, die ich früher an diesem Nachmittag gemacht hatte. Es war klar, dass in diesem Moment kein Gefühl der einzigartigen Identität gab. Es gab kein Gefühl mehr, ich zu sein – ja, in diesen Momenten konnte ich alles sein, aber gleichzeitig konnte ich immer noch sagen, dass etwas von mir da war.

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